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Führerscheine

DSV: Neuregelung der Führerscheinpflicht in Deutschland - 17.Okt. 2012, Text im Original unter www.dsv.org
Im Binnen- und Seebereich gilt von heute an eine Führerscheinpflichtgrenze von 11,03 kW (15 PS)

Im Einzelnen:
Im Bereich der Seeschifffahrtstraßen ist wie bisher ohne Altersgrenze das nicht gewerbsmäßige Führen eines Sportbootes mit einer Nutzleistung bis zu 3,68 kW (5 PS) zulässig. Die Aufsichtspflicht der Eltern bleibt unberührt. Bei einer Nutzleistung von 3,68 kW (5 PS) bis zu einer Nutzleistung von 11,03 kW (15 PS) muss der Schiffsführer mindestens 16 Jahre alt sein.

Ab einer Nutzleistung von 11,03 kW (15 PS) ist der Sportbootführerschein-See vorgeschrieben.

Auf den Binnenschifffahrtstraßen des Bundes mit Ausnahme des Rheins gilt die Altersgrenze von 16 Jahren auch für das fahrerlaubnisfreie Führen von Sportbooten bis zu 11,03 kW (15 PS) und unter 15 m Länge.

Ab einer Nutzleistung von 11,03 kW (15 PS) ist der Sportbootführerschein-Binnen vorgeschrieben.

Auf dem Rhein gilt unverändert die Fahrerlaubnispflicht für Sportboote mit einer Nutzleistung von mehr als 3,68 kW (5 PS). Zum Führen von Segelsurfbrettern im Binnenbereich ist kein Sportbootführerschein mehr erforderlich. Die Fahrerlaubnisregelungen für Landesgewässer und den Bodensee sind derzeit unverändert. Hamburg, 17. Oktober 2012

Führerscheinpflicht auf sächsischen Gewässern
Nach der neuen Regelung (seit 17.Okt. 2012) - dies gilt für nicht gewebsmäßige Bootsnutzung und nicht auf dem Rhein - gilt auf Binnenschiffahrtsstraßen (entspricht den Bundeswasserstraßen) die neue Freigrenze von 15 PS. Ein SBF-Binnen Motor ist demnach erst vorgeschrieben, wenn die Nennleistung des Motors darüber liegt.

Die neue oben genannte Regelung gilt !nicht! für Landesgewässer oder kommunale/ private Gewässer. Eine Anpassung mag angestrebt sein, dies liegt in der Hoheit der Länder/ Kommunen und wird bekannt gegeben, sobald dort neue Regelungen festgesetzt werden.

Damit gilt ab sofort (17. Okt. 2012) bis auf weiteres Folgendes:
Auf der Elbe gilt der amtliche Sportbootführerschein Binnen für nicht gewerblich genutzte Sportboote bis 15 m Länge und ab 15 PS (11,03 kW).

Für Sportboote 15 - 25 m Länge ist das Sportschifferzeugnis bzw. das Sportpatent erforderlich.

Seit 01.04.02 gilt unverändert im Geltungsbereich der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung die 0,5-Promille-Grenze. Wer mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 oder mehr Promille ein Sportboot führt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Ab sofort ist für das Segelsurfen auf Binnenschiffahrtsstraßen kein SBF-Binnen mehr erforderlich.

Auf allen Landesgewässern, wie den Talsperren Pöhl, Pirk, Kriebstein, Bautzen, Quitzdorf und den Seen Knappensee und Kulkwitzer See gilt per April 2004 die Sächsische Landesschifffahrtsverordnung. Sie schreibt Führerscheinpflicht (es gelten als gleichwertig: DSV-Befähigungsnachweise, Sportsegelschein, DSV-Jüngstensegelschein bis 17 Jahre) ab einer Segelfläche von 6 Quadratmeter vor. Die Führerscheinpflicht für Motorboote besteht hier unverändert ab einer Motorleistung von 5 PS (3,68 KW)

Auf Gewässern, die weder Bundesgewässer noch Landesgewässer sind bzw. wo die Landesschiffahrts-Verordnung nicht gilt (neue Tagebauseen, z.B. Cospudener See, Markkleeberger See, ...) gelten die Gewässerbenutzungsordnungen der jeweiligen zuständigen Verwaltungsebene.

Der Fahrzeugführer únd ebenso der Rudergänger eines Bootes mit Maschinenantrieb muss im Seebereich ab 5 PS Motorleistung mindestens 16 Jahre alt sein, im Binnenbereich muss er generell - unabhängig von der Motorleistung - mind. 16 Jahre alt sein. Die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten bleibt unverändert.

Fazit:
Ein Wassersportler muss also wissen, ob er auf Bundesgewässer, Landes- oder Kommunalgewässer, Binnen- oder Seeschiffahrtsstraße unterwegs ist. Er muss sich über die regionalen Gegebenheiten vor Fahrtantritt informieren.

Sobald er andere Sportfreunde unterweist oder mitnimmt und ein Skipperhonorar erhält oder von allgemeinen Crewleistungen (Bordkasse) freigestellt wird, muss die Frage geklärt werden, ob dies bereits unter die gewerbliche Nutzung fällt.

Grundsätzlich hat der Schiffsführer immer die Pflicht, sich vor Fahrtantritt zu Informieren und er muss sich, ob Führerschein oder nicht, an die geltenden Ausweichregeln und sonstigen Vorschriften halten und stets so handeln, wie es die gute Seemannschaft verlangt und so, dass Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs nicht beeinträchtigt werden.

letztendlich: Es darf abgewartet werden, mit welchen Konsequenzen die Anbieter von Sporthaftpflicht-/ Skipper-, Kautionsversicherungen auf diese Regelung reagieren werden.

Unabhängig davon:
Segeln ist und bleibt eine der faszinierendsten Sportarten, die körperliche, geistige und soziale Komptenzen in einer Weise schult, wie kaum eine andere Sportart es vermag.

Die Neuregelung zum 17.Okt. 2012 hat m.E. nicht wirklich eine Vereinfachung der Thematik gebracht. Trotzdem stellt es für Segler und auch für Neu-Begeisterte keine wirkliche Barriere dar.

Die Aneignung von Wissen über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus war und ist schon immer Bestandteil einer Seglerkarriere, sei es im Regatta-, Fahrtensegeln oder im entspannten Freizeitsegeln.(jw)